Bohinj im ersten WeltkriegFür die Einwohner von Bohinj begann das echte Chaos erst 1915, als Italien in den Krieg auf der Seite der Entente-Mächte eintrat und die blutige Isonzo Front eröffnet wurde. Die Bahn, die bis vor kurzem das Fenster zur Welt bedeutete, änderte plötzlich ihre Rolle. Touristen wurden durch Soldaten und Militärmaterial ersetzt.
Bohinj wurde zu einem Teil des engeren Etappengebietes. Aufgrund seiner Entfernung von der Front und der Nähe der Eisenbahn wurde es auch zu einem Sammelpunkt der Soldaten und des Militärmaterials für die Front zwischen Batognica und Mrzli vrh im Krn-Gebirge. Zur Versorgungszwecken wurde ein Versorgungssystem ausgearbeitet. Material und Soldaten kamen mit der Bahn nach Bohinjska Bistrica. Von hier wurden sie mit einer Schmalspurbahn, die Ende 1915 gebaut wurde, bis Ukanc gebracht. Zuerst wurden die Waggons von Pferden gezogen; später wurde die Strecke elektrifiziert. Im Herbst 1915 wurde ein Seilbahnsystem eingeführt und somit wurde das ganze Material bis zum unmittelbaren Hinterland des Schlachtfeldes auf Krn und Mrzli studenec gebracht. Die Arbeitskraft in Hinterland bestand vor allem aus russischen Kriegsgefangenen. Zu dieser Zeit waren in Bohinj zwei Krankenhäuser tätig; beide befanden sich in Bohinjska Bistrica.
Die dritte war auf dem Berg Planina na Kraju. Bohinj hatte damals außerdem drei Militärfriedhöfe. Zwei von ihnen sind heute noch erhalten: der Friedhof in Ukanc und der Friedhof auf Reber in Bohinjska Bistrica. Auf beiden wurden mehr als 500 Soldaten begraben. Wie wir schon erwähnten, war der Fortschritt im Tourismusbereich zum Stillstand gebracht worden. Trotzdem brachte der Krieg der Zivilbevölkerung auch einige wirtschaftliche Vorteile, da zu dieser Zeit die Gasthöfe, Hotels und Geschäfte aufblühten. Fast alle Holzvorräte wurden von der Armee gekauft und Frauen bekamen eine Stelle bei einer der zahlreichen Militärwäschereien. Die Familien der Einberufenen bekamen finanzielle Unterstützung. Bohinj bekam Elektrizität und außerdem wurden zahlreiche Straßen und Wege gebaut. Nach dem die Isonzo Front durchbrochen wurde, erreichte sie den italienischen Fluss Piave. Bis zum Kriegsende veränderten und beruhigten sich die Verhältnisse in Bohinj.
Zwischenkriegszeit
Gemäß dem Grenzvertrag von Rapallo gehörte das Küstenland von nun an Italien. Die Grenze zwischen dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und Italien verlief über die ˝südlichen Bohinj-Berge. Zollbeamte, Grenzer und Gendarmen zogen nach Bohinj. Der Fremdenverkehr ging über Nacht zurück. Nach dem Krieg hatte man sich vor allem beim Bohinj-See mit Tourismus beschäftigt. Die Zwischenkriegszeit wurde vor allem durch sportliche Wettkämpfe geprägt. Bereits 1921 fanden die ersten Skiwettläufe und Skisprung-Wettbewerbe auf der kleinen Sprungschanze in Bohinjska Bistrica statt, wo der erste Weltrekord von 9 Metern aufgestellt wurde. Neue Vereine, wie z.B. der Verkehrs- und Verschönerungsverein für Bohinj aus 1925, wurden gegründet, im Rahmen welcher sich Bohinj vor allem in ein Skizentrum entwickelte. Auch der 1920 gegründete Touristenklub Skala (Felsen) in Ljubljana bemühte sich um die Förderung von Wintertourismus und Alpinistik. Mit Hilfe des Einheimischen Tomaž Godec wurde der Vereinshütte Skalaški dom auf Vogel und auf Komna gebaut. Ende des 20. Jahrhunderts wurde durch seine Bemühungen der Skiklub Bohinj gegründet, im dessen Rahmen mehrer Wettläufe organisiert wurden. Nach dem Entwurf des Norwegers Hansen wurde auf dem Berg Polja eine 50 Meter lange Sprungschanze errichtet. In der Zwischenkriegszeit gab es auch einige Fortschritte. Langsam entwickelte sich Bohinj zu einem Winter-Sportzentrum; schließlich fanden die ersten Wettläufe auch hier statt. Doch schon bald gingen die schrecklichen Befürchtungen in Erfüllung. Wie schon ein paar Jahrzehnte zuvor wurde der Fortschritt wieder vom Krieg gestört. Bohinj fand sich inmitten dieses Wirbels wieder, der das Leben noch einmal veränderte. Die Einwohner Bohinjs nahmen an dem organisierten Aufstand teil, der eine bessere und glücklichere Zukunft voraussagte und somit erlebte auch Bohinj die Macht der so genannten sozialistischen Revolution.