Sommer Herbst Winter Frühjahr
Slovenščina English Deutsch 
   
 
 
Aktuelles Buchungen Nationalpark Triglav Julische Alpen AlpenblumenFestival WanderFestival
 
  Suchen:
 
 
 
Tor
Snow Showers
-11°C~-4°C
Sre
Fair
-14°C~-2°C
Čet
Snow Showers
-12°C~-5°C
Accomodation
Ankunft:
Tag Monat Jahr
Nächte Personen Kinder (Alt)
© feratel media technologies AG

Turistinformationsbüros
Reisebüros
Infos

 

 

Bohinj als Hinterland der Isonzo Front

Tomaz Budkovič

Im ersten Weltkrieg war Bohinj ein Etappengebiet, das das Hinterland mit dem Schlachtfeld verband. Wegen seiner guten strategischen Lage  wurde Bohinj bald zu einem Sammelpunkt der Soldaten, die ihre gefallenen Kollegen auf der Front ersetzen mussten. Von hier wurden sie in die Umgebung von Tolmin und Krn geschickt. Im Herbst 1915 haben sich hier mehrere tausende Übergangsformationen versammelt. Viele wurden erst hier, in Bohinj, zu Soldaten ausgebildet und auf die Front geschickt. In Bohinj wurden die verletzten und kranken Soldaten versorgt, da es als Versorgungsweg für den nördlichen Teil des  15. Korps bzw. der 50. Division diente, die die Front von Batognica bis zum Gipfel Mrzli vrh im Krn-Gebirge besetzte. Das Versorgungssystem bestand aus mehreren Teilen. Mit der Bahn wurde Militärmaterial bis zur Siedlung Bohinjski Bistrica befördert. An derselben Stelle, wo heute eine Holzfabrik steht, standen früher mehrere Lagerräume. Von hier wurde die Fracht in andere Regionen transportiert, zuerst mit Wägen und später mit der Schmalspurbahn bis zum Dorf Ukanc. Von hier wurde es zum Fuße des Bogatin-Bergsattels gebracht, zuerst zu Fuß und auf Pferden, später auch mit einer Seilbahn. Hier befand sich die Fassungsstelle, wo sich die Träger der einzelnen Einheiten getroffen hatten. Später wurden die Seilbahnen bis zur Frontlinie auf dem Berg Peski und entlang des Tolminka-Tals bis zum Gipfel Mrzli vrh verlängert. 

St. Johannes Kirche in Bohinj, mit Holzbrücke und Bootssteg, zwischen 1916 und 1917.
Die Wocheinerbahn war der wichtigste nördliche Versorgungsweg für die fünfte Armee der Donaumonarchie. Die Strecke wurde 10 Jahre vor dem Beginn des ersten Weltkrieges erbaut. Am Tag verlief der Verkehr bis zu Podmelec und in der Nacht weiter bis zur St. Lucia. Entlang der Einsenbahnstrecke befanden sich zahlreiche Lagerplätze für Militärausrüstung. Auf die Front wurden neben verschiedenem Material auch neue Soldaten gebracht, Kranke hingegen wurden wieder ins Hinterland gebracht, wo sie versorgt wurden.  

Komna und die Fassungsstelle der Donaurepublik-Armee unter dem Bogatin-Gebirgssattel (1803 m), verbunden mit der Seilbahn Ukanc - Bogatin-Gebirgssattel - Peski, 1913
Schmalspurbahn Bohinjska Bistrica - Zlatorog. Im Frühling und Sommer 1915 fuhren zahlreiche Wägen aus Bohinjske Bistrice nach Ukanc. Beim Transport mussten auch diejenigen Bewohner helfen, die von der Regierung zu diesem Zweck mobilisiert wurden. Der Wagen-Transport war eine Übergangslösung,  da der Erfolg trotz einer großen Zahl von Menschen und Tieren gering blieb. Aus diesem Grund wurde eine Pferdefeldbahn in Bohinjska Bistrica gegründet - Zlatorog, die im Spätherbst 1915 erstmals benutzt wurde. Jeder Waggon, egal ob offen oder verschlossen, wurde von zwei Pferden gezogen. Mit jedem Waggon konnten  2,5 Tonnen Fracht transportiert werden - ganze sechsmal mehr als mit einem Geländewagen. 1917, im vierten  Kriegsjahr, mangelte es an Pferden und Pferdefutter, deswegen entschloss sich das Militärkommando die Seilbahn zu elektrifizieren. Beim Fluss Savica wurde eine elektrische Zentrale errichtet.  Die Bahnschienen blieben dieselben. Die Strecke hatte vier Versorgungsabschnitte mit Transformatoren. Das Versorgungsrohr lag auf Trägern, die an Straßenmasten befestigt waren. 
Straßen und Fahrwege zur Front. Die Vorkriegsstraßen und Wege von Bohinj bis zum Krn-Gebirge waren für den großen Verkehr am Kriegsbeginn nicht geeignet. Deswegen wurden im Sommer 1915 neue Straßen gebaut, an denen meistens russische Kriegsgefangene arbeiteten. Der wichtigste Weg führte vom Fluss Savica, über Komna und den Bogatin-Bergsattel bis zum Berg Peski. Westlich vom Bogatin-Bergsattel führte ein abgezweigter Weg zu dem Berg Dupla. Jeden Tag transportierten lange Kolonnen von Trägern auf kleinen bosnischen Pferden die Fracht bis zur Fassungsstelle. Die Träger der einzelnen Einheiten brachten die Fracht zu ihren Truppen. Entlang des Straßenweges wurde eine Holz- oder Drahtzaun gebaut. Auf dem Weg zum Fluss Savica und Krn-Gebirge herrschte ununterbrochener Verkehr - auch im Winter und beim schlechten Wetter. Er wurde nur dann gestoppt, wenn die Gefahr einer Lawine zu groß war. Trotzdem sind viele unerfahrene Soldaten vom Weg abgekommen und erfroren oder sie starben begraben unter einer Lawine.  
Seilbahnsystem Zlatorog - Peski (Lagerplatz Krn) mit einer Abzweigung ins Tolminka-Tal, bis zum Gipfel Mrzli vrh und Slemeno. Transport auf den Pferden war unwirksam und stelle nur eine Übergangslösung dar. Deswegen wurde bereits in 1915 eine Lieferungsbahn bis zur Endstation gebaut, und zwar bis zur Pferdefeldbahn an der Fassungsstelle unterm Bogatin-Bergsattel. Im Herbst 1916 wurde das Seilbahnsysstem bis zu dem unmittelbaren Hinterland des Schlachtfelds auf dem Bergen Krn und Mrzli vrh verlängert. Zwischencamps (slowenische Bezeichnung: lagerji) zur Verpflegung, befanden sich auf dem Weg zum Schlachtfeld im Krn-Gebirge. Entlang des Weges Bohinjska Bistrica - Krn-Schlachtfeld entstanden mehrere Barackensiedlungen (lagerji), die die Verpflegungsteams bewohnten. Hier entstanden: Pferdeställe, Lagerplätze, Krankenhaus, Ruheplätze für Truppen, Militärpostamt, Werkstätte für die Reparatur von  Waffen und Ausrüstung, Küchen, Bäckereien, Wetterwarte, Kapelle, usw. 
Kriegsgefangene - die Hauptarbeitskraft im Hinterland der Front. Als die Front im Krn-Gebirge stehen blieb, musste dringend eine Infrastruktur im unmittelbaren Hinterland gebaut werden. Es mangelte an heimischer Arbeitskraft, deswegen wurden vor allem russische Kriegsgefangene  eingesetzt. 

Russische Kriegsgefangene in Ukanc
Vorbereitungen auf die 12. Isonzo-Schlacht. Als im September und Oktober  1917 die 12. Isonzo-Schlacht anfing, hatte sich auch das Leben im Hinterland sehr verändert. Den österreichisch-ungarischen und deutschen Soldaten blieben bis zum Winter nur knappe fünf Wochen Zeit für die Vorbereitung der umfangreichen Offensive. Eisenbahnstrecken zum Isonzo-Schlachtfeld waren stark belastet. Die Mehrheit der Fracht wurde mit Hilfe der oberen Sava-Strecke bis zum Berg Kranjska gora und dann mit der Bohinj- und Ljubljana-Bahn nach Triest gebracht. 
Ehrenfriedhöfe in Bohinj. In Bohinj gab es drei Ehrenfriedhöfe. Der Friedhöfe im Dorf Ukanc und auf dem Berg Reber befinden sich immer noch auf der selben Stelle, die Überreste aus dem Friedhof auf dem Berg Na Kraju hingegen wurden umgebettet. Der Friedhof auf Reber in Bohinjska Bistrica hat 285 beschriftete Gräber, in denen Gestorbene aus den beiden Krankenhäusern in Bohinj ihre letzte Ruhestätte fanden. Man benutzte den Friedhof vom Mai 1915 bis Ende 1917. Hier sind auch zehn russische Kriegsgefangene begraben; den Leichnam des einzigen italienischen Kriegsgefangenen haben die Italiener nach dem Krieg umgebettet. Im Sommer 1945 wurde ein deutscher Kriegsgefangener im Grab Nr. 7 begraben. Der Friedhof wurde nach dem ersten Weltkrieg mit einem Holzzaun umgeben. Auf dem Friedhof stand ein großer Holzkreuz, 1995 wurde er jedoch durch ein Denkmal ersetzt. Der Friedhof im Dorf Ukanc steht direkt neben der Straße Zlatorog - Savica, unterhalb der Talstation des Skilifts Vogel. Hier wurden vor allem Gefallene aus dem Krn-Gebirge begraben und Verstorbene aus der Ukanc Region. Auf dem Friedhof gibt es 253 Gräber. Neben österreichisch-ungarischen Soldaten wurden hier auch 17 russische, 2 rumänische und ein italienischer Kriegsgefangener und ein Zivilträger begraben. Auf dem Friedhof auf den Berg Na Kraju sind einige zehn Menschen begraben. Ihre Namen sind unbekannt; sie sollen vor allem Ungaren gewesen sein. Alles über Bohinj zwischen dem ersten Weltkrieg können Sie im Buch   "Bohinj 1914 - 1918 - zwischen der Front und dem Hinterland " nachlesen. 

Gottesdienst auf dem Berg Na Kraju, 1916

 


Live Bilder
Kultur
Natur
 

 

Slow-Tourism
 
 
Copyright ©2007 Turizem Bohinj, Produkcija CC-Line d.o.o.