Geschichtlicher Hintergrund 1906 wurde der Wocheinertunnel vom Franz Ferdinand feierlich eröffnet. Der Tunnel war einer der wichtigsten auf der Trasse der neuen Strecke, die Mitteleuropa mit Triest verbinden sollte und stellte eine bedeutende Bereicherung für die damalige Monarchie dar. Für die Bewohner von Bohinj war der Tunnel ein Fenster zu der restlichen Welt und bot neue Entwicklungsmöglichkeiten im Tourismusbereich an, nachdem die Hammerwerke in Bohinjska Bistrica niedergebrannt waren. 1990 begannen die Vorbereitung und der eigentliche Tunnelbau. Am 31. März 1904 wurde der Tunnel durchbrochen; die letzten paar Meter sprengte der Erzherzog Leopold Salvator von Habsburg höchst persönlich. Die Bauarbeiten wurden fortgesetzt und am 1. März wurde die erste Probefahrt erfolgreich absolviert. 1906 wurden die letzten Bauarbeiten abgeschlossen und am 19. Juni fand die feierliche Eröffnung der Strecke Jesenice (Aßling) - Triest statt, an der auch der Thronfolger Franz Ferdinand teilnahm. Wie haben wir uns das Ganze vorgestellt und wie wird die Hundertjahrfeier eigentlich ablaufen? Auch heutzutage ist die Strecke in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht eine bedeutende Verbindung. Deswegen haben wir beschlossen, die Geschehnisse rund um den Streckenbau, der für Bohinj einen großen Schritt vorwärts bedeutete (besonders im Tourismus), zu erforschen. Wir konzentrierten uns auf drei für die Tunnelgeschichte bedeutende Jahreszahlen: 31. März 1904 (31. Mai 2004) - Tunneldurchbruch; 1. März 1905 (1. März 2005) - erste Tunnelfahrt; 19. Juni 1906 (19. Juni 2006) - offizielle Streckeneröffnung. Wir haben uns entschlossen im Zusammenarbeit mit dem Museum Gorenjski muzej, der Gemeinde Bohinj und dem Museumsverein Muzejsko društvo Žiga Zois Boh. Bistrica und anderen Partnern jedes Jahr einige Kulturereignisse zu organisieren, die uns die fast vergessene Verkehrsverbindung näher bringen. Zugleich versuchen wir, die Feier zu Promotionszwecken zu nutzen. Tunneldurchbruch 1904 - 2004 Zur Hundertjahrfeier wurden folgenden Ereignisse vorbereitet. Am Mittwoch, dem 26. Mai, fand im Tomaž Godec Museum die Ausstellung DAS FENSTER ZUR WELT - 100 JAHRE DES BOHINJ-TUNNELDURCHBRUCHS - statt. Die Projektleiterin war Kustos Marija Ogrin; die Autoren der Ausstellung waren Kustos Marjana Žibert und ihre Mitarbeiter Tomaž Budkovič und Ervin Sorča. Die Ausstellung, die vom Studio Oreh aus Kranj gestaltet wurde, spielt sich an drei verschiedenen Orten ab: auf der Bahnhofsstation, im Jože Ažman Kulturhaus, wo der Tunnelbau in chronologischer Rheinfolge dargestellt ist, und im Tomaž Godec Museum, wo einige interessante Gegenstände aus der Bauzeit und eine Rekonstruktion des Tunneldurchbruchs gezeigt werden. Am interessantesten und wertvollsten sind jedoch die Kaseln, die der Errichter des Wocheinertunnels, Graf Giacomo Ceconi, der Pfarre Bohinjska Bistrica geschenkt hatte. Die Ausstellung wurde von einem Enkel der Bauarbeiter eröffnet - H. Milan Luser. Seine beiden Großväter waren beide am Bau des Tunnels beteiligt; einer auf der Nord- und der andere auf der Südseite. Die Feierlichkeiten wurden am Freitag, dem 28. Mai, fortgesetzt. Sie fingen mit einer Totenmesse an, dann erfolgte die Segnung eines restaurierten Denkmals zu Ehren der Tunnelbau-Verunglückten, um dessen Errichtung sich vor allem die Mitglieder des Museumsvereins Žiga Zois (Dank an die Sponsors) bemühten. Die Feierlichkeiten endeten schließlich mit der Vorstellung eines neuen Buches von Tomaž Budković - VZPON BOHINJA PRED ZATONOM AVSTROOGRSKE (DER AUFSTIEG VON BOHINJ VOR DEM UNTERGANG DER DONAUMONARCHIE) - in dem er anhand der Erinnerung seines Großvaters Gašper Budkovič die ersten zwanzig Jahre des 20. Jahrhunderts in Bohinj durchleuchtete. Das Buch, das von dem Verlag Mohorjeva založba aus Klagenfurt herausgegeben wurde, beinhaltet interessante Informationen über den Streckenbau und seinem Einfluss auf den wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem im Bereich des Fremdenverkehrs. Die Hundertjahrfeier des Wocheinertunnels, die 2006 den Höhepunkt erreichen wird, ist wegen der EU-Beitritte noch bedeutender, da die Strecke durch vier verschiedene Staaten führt, die im stürmischen 20. Jahrhundert mehrere Male miteinander im Streit lagen und sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang auf zwei unterschiedlichen Seiten des Eisernen Vorhangs befanden. Diese Staaten bilden auch Heute genau wie vor hundert Jahren einen bedeutenden Teil des gemeinsamen europäischen Raumes und fühlen sich den gemeinsamen Zielen des Wohlstands und des Friedens verbunden. Die Transalpin-Strecke hat hier eine große symbolische Bedeutung. Sie können die Ausstellung bis Ende August besichtigen. Der Eintritt beträgt ungefähr 2,5 EUR (500SIT). Öffnungszeiten im Tomaž Godec Museum: jeden Tag außer Montag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 17.00 bis 20.00 Uhr Das Buch von Tomaž Budkovič VZPON BOHINJA PRED ZATONOM AVSTROOGRSKE können sie beim LTO Bohinj, und zwar in der Schreibwarenhandlung Peter, beim Fremdenverkehrsverein TD Bohinj oder im Tomaž Godec Museum kaufen. Der Preis beträgt 27 EUR. KLEMEN LANGUS |