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Sennerei

Die Sennerei, deren Anfänge ins 13. Jahrhundert zurückgreifen, und die Käserei stellten die Grundlagen für die Landwirtschaft in Bohinj dar. Zu wenig Nutzflächen, lange Winter und kurze Sommer waren der Grund dafür, dass sich die Einwohner intensiver mit Viehhaltung (Kühne, Ziegen, Pferde, Schafe) beschäftigten. Lange Zeit waren Milch und Milchprodukte der Hauptbestandteil der alltäglichen Ernährung. Langsam perfektionierten die Einwohner die Sennerei. Nach einigen Daten zufolge befanden sich die Sennhütten auf 40 verschiedenen Bergen, die in drei verschiedene Gruppen geteilt wurden: die Wiesenberge, Mittelberge und Hochberge. Im Frühling ließen die Hirten das Vieh auf niedrigeren Wiesenbergen weiden, dann wurde das Vieh auf Mittel- und später auf Hochberge getrieben. Im Herbst dagegen gingen sie wieder in umgekehrter Reihenfolge zurück ins Tal. Aufgrund der großen Abhängigkeit der Landeswirtschaft von der Almviehhaltun ist in Bohinj bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die älteste Form des so genannten individuellen Hirtens erhalten geblieben. Bei dieser Form der Almorganisation hatte jeder Hausherr auf dem Berg einen Stall und einen Sennen, der auf der Alm ein einfaches Leben führte. Die Hütten der Sennen waren sehr unterschiedlich. In den Hochbergen waren die Hütten aus Stein und Holz gebaut und hatten einen getrennten Stall. In den höher liegenden Gebieten befanden sich lediglich Holzhütten aus Baumstämmen, die mit Schindeln überdeckt waren, die auf einem Unterbau genannt kobile standen. Die Hütten hatten eine offene Feuerstelle, eine Vorratskammer (mlečnica) und ein bescheidenes Bett (medvedjek). Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Käserei in Bohinj so organisiert, dass jeder Senne auf der Alm die Milch zur Butter verarbeitete. Zuerst hatten sie nur Butter und später auch Quark und Käse hergestellt. Diese Milchprodukte wurden nicht nur für die Einwohner Bohinjs sondern auch für den Handel hergestellt. Die Butter wurde an Triest verkauft, von wo man Wein und Salz mitbrachte. Außerdem wurde auch noch mit Vieh und Holzprodukten gehandelt. Unter den Milchprodukten hat einen besonderen Ehrenplatz die pikante Käsesorte Mohant, die auch Heute noch eine Besonderheit von Bohinj ist. Der Wendepunkt in Sennerei und Käserei von Bohinj geschah in den 60. und 70. Jahren des 19. Jahrhunderts. Der große Fortschritt in dieser Zeit ist vor allem der Verdienst des damaligen Bürgermeisters von Bohinjska Bistrica - Janez Krstnik Mesar. Die Initiative zur Gründung der Käsereigenossenschaft, die die erste ihrer Art in Kärnten war, im Jahre 1873 ging von Mesar aus. Die Ankunft des Schweizer Käsers Tomas Hitz, der mit zahlreichen Ratschlägen die Käseproduktion verbesserte, verhalf zur Erfindung einer Käsesorte genannt Bohinj Käse, der dem Schweizer Emmentaler ähnelt. Die Entwicklung ging in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trotz der Ereignisse im ersten und zweiten Weltkrieg weiter. In der Zwischenkriegszeit wurden die besten Käser zur Ausbildung in die Schweiz geschickt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Berge nationalisiert. Trotzdem fingen die Einwohner Bohinjs mit aller ihrer Kraft an der Erneuerung der Käsereien zu arbeiten, aber die Käserei starb langsam ab. Die Zahl der Sennen wurde vom Jahr zum Jahr niedriger und Heute gibt es sie fast nicht mehr. Eine der Möglichkeiten, diese Tradition vom Aussterben zu retten, ist Tourismus.


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