SENNEREIMUSEUM "PLANŠARSKI MUZEJ"































Adresse: Gorenjski muzej Kranj
Planšarski muzej
Stara Fužina 181
4265 Bohinjsko jezero
Tel.: ++386 (0)4 577 01 56
GSM: ++386 (0)41 564 904

Öffnungszeiten:

25. XII. - 30. VI. und 1. IX. - 25. X.
- von 10:00 bis 12:00
- von 16:00 bis 18:00
- am Montag geschlossen
1. VII. - 31. VIII.
- von 11:00 bis 19:00
- am Montag geschlossen
26. X. - 24. XII.
- geschlossen

DIE GESCHICHTE

Jahrhunderte lang war Bohinj unsere bedeutendste Sennereilandschaft. Hier gibt es viele grüne Berge, die bis zum Triglav reichen, deswegen hatte man sich intensiv mit der Herstellung von Milchprodukten beschäftigt. Von Mai bis Mitte Juni zogen die Sennen in die höher liegenden Berglandschaften und im Herbst gingen sie wieder zurück ins Tal. In Uskovnica z.B. blieben sie bis Weinachten.

Das Jahr 1873 ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Bohinj-Sennerei, da eine Käserei-Genossenschaft und die Herstellung von Käse nach Schweizer Art eingeführt wurden. Zuvor hatten die Sennen auf ihren Hütten die Milch selbst verarbeitet - meistens zu Butter, die sie dann in großen Mengen an Triest verkauften. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte der damalige Pfarrer von Bohinjska Bistrica, Janez Mesar, mit Hilfe der Landwirtschaftsbehörden die organisierte Käseherstellung nach Schweizer Vorbild ein.

Der Handel mit dem Bohinj-Käse blühte auf und stellte deswegen für die Einheimischen eine bedeutende Geldquelle dar. 1958 wurden große Mengen an Käse auf 28 verschieden Bergen hergestellt. Nach 1971, als im Dorf Srednja vas ein Molkereibetrieb eröffnet wurde, starb die traditionelle Käseherstellung immer mehr ab. Heute wird diese Tradition von weniger alten und einsamen Sennen am Leben erhalten. Viele Sennereien wurden komplett verlassen, auf anderen hingegen weidet nur noch das Vieh. Zuvor forderte die intensive Milchwirtschaft eine große Anzahl an Sennen.

Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in Bohinj die älteste Form der Hirtenorganisation aufrechterhalten - individuelles Hirten. Jeder Hausherr hatte auf der Alm seinen persönlichen Sennen und verschiedene Hütten. Nur in höher liegenden Gebieten kümmerten sich die Sennen auch um das Vieh von anderen Hausherren. Jeder Senne hatte neben dem Rindvieh auch einen oder zwei Schweine, einige hatten auch eine Ziegenherde.

1958, in der Blütezeit der Sennerei, wurden 90% der Viehherden in die Berge geschickt. Die Sennen waren meistens Söhne oder Töchter der Hausherren, manchmal auch Onkel und Tanten oder die Hausherren selber, nachdem sie den Bauernhof an ihre Kinder übergeben hatten. Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Sennen in Bohinj immer noch vorwiegend jung. Doch die Industrialisierung vertrieb junge Menschen auch aus diesen Dörfern. Heute wird diese Tradition nur noch von wenigen älteren Einheimischen am Leben erhalten.

MEHR ÜBER SENNEREIMUSEUM

Das Sennereimuseum Planšarski muzej in der Siedlung Stara Fužina wurde 1971 eröffnet. Das Museum befindet sich in einem verlassenen Käsereigebäude, das 1883 gebaut wurde und wo man bis 1967 Käse hergestellte. Im Sommer wurden hier große Mengen an Käselaiben hergestellt, die dann von den Almen, die den Hausherren aus Stara Fužina aus dem Nachbarsdorf Studor gehörten, ins Tal gebracht wurden. 1990 wurde die Museumssammlung vervollständigt und umgestaltet.

Der erste Raum ist wie eine traditionelle Sennhütte mit authentischer Ausstattung vom Berg Zajamniki gestaltet. Am Eingang ist die Jahreszeit 1849 nur schlecht sichtbar. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden diese Hütten nur noch während der Heumahdzeit und bei Holzarbeiten benutzt. Im zweiten Raum befindet sich eine originale Käserei mit zwei großen, eingebauten Kesseln und einer Presse für die Herstellung von Käselaiben. Außerdem sind auch originale Gegenstände der Innenausstattung (Werkzeug, Zubehör, Milchbehälter, Butterfässer) und ein großer Kessel aus der Käserei auf dem Berg Blato ausgestellt. In der Vitrine befindet sich der große Majer-Rückentragkorb mit allem Zubehör, das die Sennen mit in die Berge nahmen. Auf Fotos sind Käsereien, Käseherstellung in den Bergen, Käse-Transport und verschiedene Dokumente über die Organisation der Käseherstellung abgebildet.

Am Eingang des Museums ist eine Karte der ältesten Erwähnungen der Berge (die erste stammt aus dem Jahre 973) und eine grafische Darstellung der Hauszeichen, mit denen die Hausherren ihr Werkzeug und ihre Behälter kennzeichneten. Auf der anderen Seite befindet sich ein Porträt des Pfarrers von Bohinj - Janez Mesar. Im dritten Raum hängen Fotos von Sennensiedlungen und von typischen Sennenhütten in Bohinj. Für höher liegende Gebiete, wo man nur das Vieh weiden ließ, sind einzellige Holzhütten auf Stützen charakteristisch, die den Stall mit dem oberen Wohnraum verbinden. Die Forscher identifizierten diese Hüttenformen als Überbleibsel der Urbewohner-Kultur. In den unteren Gebieten hatten die Hausherren eine Behausung für den Hirt und einen getrennten Raum für das Vieh - den Stall, wo man auch Heu, das auf diesen Bergen gemäht wurde, lagern konnte; die Hausherren hatten neben den gemeinsamen Weideplätzen auch eigene Wiesen.

Im vierten Raum befindet sich auf der rechten Seite das älteste Bild vom Triglav mit dem Berg Velo polje und einem Sennen - Barags Kupferstich aus dem Jahre 1776. Auf der linken Seite hingegen befindet sich ein Bild von Bohinj des Malers Ladislav Benescha aus dem Jahre 1888. Hier sind noch weitere Porträts von Sennen, die sich vier oder sogar mehrere Jahrzehnte lang in den Bergen ums Vieh kümmerten, und von ihren Wanderungen, ihrer Arbeit, Ernährung, Freizeit und vom Bohinj Kuhball, einer traditionellen Veranstaltung, die ihre Wurzeln im Sennenfest am Ende des Weidens hat. Zahlreiche Exponate erwecken diese längst vergessene Tradition wieder zum Leben.

Die Beitragautorin: Anka Novak
 
 
Copyright ©2007 Turizem Bohinj, Produkcija CC-Line d.o.o.