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Wocheinerbahn (Bohinj-Bahn) und der Aufschwung von Tourismus 
1906 wurde der Wocheinertunnel (Bohinj-Tunnel) von dem Thronfolger Franz Ferdinand feierlich eröffnet. Der Tunnel war einer der Wichtigsten auf der Trasse der neuen Strecke, die Mitteleuropa mit Triest verbindet. Die Strecke war eine bedeutende Bereicherung für die ganze damalige Monarchie. Für die Einwohner Bohinjs bedeutete sie ein Fenster zur Welt und eine neue Entwicklungsmöglichkeit, vor allem im Bereich des Fremdenverkehrs, nachdem die Hammerwerke in Stara Fužina niedergebrannt sind. Bald nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Bahnverbindung zwischen Wien und Triest (Südbahn) eröffnet wurde, fing man am Wiener Hof bereits über eine neue Verbindung zwischen Triest und Mitteleuropa nachzudenken. Erst nach 30 Jahren (Ende des 19. Jahrhundert) entschied man sich, aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen für die Karawanken-Wocheiner Trasse. 1901 beschloss das Wiener Parlament das Transalpina Gesetz über eine Verbindung zwischen Tschechien und Triest, deren letzter Abschnitt zwischen Jesenice und Triest den Namen Wocheiner-Strecke bekam. Der Streckenbau erwies sich aufgrund der vielen Tunnel und Brücken als extrem anspruchsvoll. Eine der größten Hindernisse war der Bau des Karawanken- und des Wocheinertunnels. Man fing 1900 mit den Vorbereitungs- und Bauarbeiten an. Durch eine Ausschreibung im Jahre 1902 wurde die Projektausführung an das Unternehmen von Giancomo Ceconi vergeben. Der erfahrene Ceconi baute davor schon den Arlbergtunnel und verdiente sich somit den Adelstitel. Die anstrengenden Bauarbeiten, die von Wassereinbrüchen begleitet wurden, endeten am 31. Mai 1904, als der Tunnel, der zwei Seiten der Alpen verbindet, durchbrochen wurde. Die letzten Meter wurden von Leopold Salvator von Habsburg höchst persönlich gesprengt. Die Bauarbeiten wurden fortgesetzt und am 1. März 1905 wurde die erste Probefahrt erfolgreich absolviert. 1906 wurden die letzten Bauarbeiten beendet und am 19. Juli fand die feierliche Eröffnung der Strecke Jesenice - Triest statt, an der auch der Thronfolger Franz Ferdinand anwesend war. Der Bohinj-Tunnel hatte eine Länge von 6339 Metern, aber die Ereignisse am Ende des zweiten Weltkrieges verkürzten ihn um 12 Meter und vernichteten sein großes Portal an der Nordseite. Touristischer Aufschwung Der Bau der Wocheinerbahn erweckte Bohinj aus seinem tiefen Schlaf. Zahlreiche Veränderungen fanden statt, die einen guten Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung ausübten. Schon bald nach der Eröffnung der Wocheinerbahn wurde Bohinj zu einem beliebten Reiseziel, was den Aufschwung von Tourismus zu Folge hatte. Der Fremdenverkehr in Bohinj, der aufgrund seiner unzähligen Naturschönheiten in der ganzen Donaurepublik bekannt war, begann im 19. Jahrhundert. 1887 baute die Industriegesellschaft das erste Hotel in Bohinj, das zuerst Touristen Hotel und später St. Johann Hotel hieß. Der wahre Aufschwung von Tourismus begann erst nach der Eröffnung der Bohinj-Bahn 1906. Das darauf folgende Jahr war für die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Bohinj besonders wichtig. Am 17. Februar 1907 wurde im Bohinjska Bistrica der Verein Društvo za privabitev tujcev za Bohinjsko Bistrico z okolico in občino Srednja vas (Verein für das Anlocken von Touristen in Bohinjska Bistrica und ihrer Umgebung und in der Gemeinde Srednja vas) gegründet. Der Verein gab im selben Jahr ein Reisekatalog heraus und trat dem Verband Deželna zveza za pospeševanje prometa tujcev na Kranjskem (Landesverband zur Förderung von Fremdenverkehr in der Region Krain) bei. Zu dieser Zeit konnte sich Bohinj mit acht Hotels und zahlreichen Privatzimmern rühmen. Die Gestaltung des Reisekatalogs mit Unterbringungsmöglichkeiten, praktischen Hinweisen für Touristen und Landkarten von Bohinj war für damalige Verhältnisse ausgezeichnet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das touristische Angebot von Bohinj durch den Bau des Freibads Danica beim Fluss Sava 1909 und der Rodelbahn Belvedere auf Kobla bereichert. Auch das zusätzliche Angebot war vielfältig. Den Touristen standen zur Verfügung: Droschken (Fiaker), Boot Bogomila, das zweimal am Tag von der St. Johannes Kirche bis Zlatorog fuhr, Omnibus zum Bohinj-See, der 1911 erstmals benutzt wurde, sowohl als auch zahlreiche Touristenwege. Nach Bohinj kamen englische und slawische Journalisten; ein berühmter Gast war der Premierminister Baron Beck. Doch die Einwohner hatten noch größere Pläne für ihre Stadt. Ein solcher Plan war auch, eine Bergbahn zum Triglav zu bauen, was aber nie wirklich geschah. Nach der Eröffnung der Bohinj-Bahn entwickelte sich der Fremdenverkehr besonders schnell. Nach und nach nahm Bohinj die Gestalt eines modernen Tourismuszentrums in der damaligen Monarchie an, als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach.
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